Geführte Alpenüberquerung "Cracks": 440 km, 14254 Hm
"Schliersee - Zillertal - Pfitscherjoch - Pfunderer Joch - Rodeneck - Lüsen - Broglessattel - Seiseralm - Moena -
Val Venegia - Passo Brocon - Monte Grappa"
Die Anregung zu dieser Tour kam von einem Kalenderblatt welches die Pala Gruppe zeigte. Hieraus entwickelte ich mit Hilfe
der üblichen Hilfsmittel eine Alpenüberquerung, die das Gebirgsmassiv möglichst geradlinig überwinden sollte. Für mich ergab
sich eine ideale Tour, nur der Ein- b.z.w. Ausstieg gefiel mir nicht. Von "Bayrischzell ins Zillertal", oder vom "Passo
Brocon über den Pasubio nach Rovereto", schienen mir nicht logisch.
Pale di San Martino (Zum Vergroessern auf
Bild klicken)
Wie so oft kam mir der Zufall zu Hilfe. Als ich mir auf der Nordseeinsel Amrum ein Glas Poligrappa (Bassano del Grappa)
eingoß und sich Schlieren an den Wänden des Glases bildeten, meinte ich den perfekten Einstieg und das furiose Ende der Tour
gefunden zu haben: Schliersee - Monte (Bassano del) Grappa.
2006 konnte ich das Projekt
mit meinem Freund Albi, einem Transalp Pionier der ersten Stunde
(hier sein Bericht)
in Angriff nehmen. Um es kurz zu machen: Meine großen Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen. 1 Pass über 2500 m,
5 Pässe über 2000m und 5 Pässe über 1600 m sind nur die Eckdaten einer Alpenüberquerung vom feinsten. Endlose Anstiege auf
steilen Pisten und kurze Schiebepassagen zu anspruchsvollen Pisten- und Singletrailabfahrten, in einer einzigartigen
Landschaft, werden unser täglich Brot sein bis wir den Monte Grappa erreicht haben.
GPS-Profil: Schliersee - Monte Grappa
(© Google)
Höhenprofil: Schliersee - Bassano del Grappa (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 1: Schliersee - Zillertal - Kaltenbach: 69 km, 914 Hm
Wir fahren am Samstag morgen gegen 6:00 Uhr mit unserem Kleinbus/Van von Gelnhausen los um Schliersee gegen Mittag zu
erreichen. Zunächst fahren wir am Schliersee entlang. Erste kurze aber steile Anstiege auf dem Weg zur Valepp lassen uns
ein Gefühl dafür bekommen welche Belastungen uns die nächsten Tage erwarten. Aber alles in allem ist dieser erste Tag eher
ein gemütliches Einrollen verglichen mit dem was an den nächsten Tagen auf uns zukommen wird. Wir nehmen den
Zillertalradweg um heute noch soweit wie möglich im Tal voranzukommen. Minimalziel ist Kaltenbach.
Schliersee - Zillertal - Kaltenbach (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 2: Kaltenbach - Pfitscherjoch - Eisacktal - Vahrner See: 105 km, 1953 Hm
Je nachdem wie weit wir am Vorabend noch gekommen sind, können wir den Weg bis Mayerhofen zum Einrollen nutzen. Wir versorgen
uns hier in der Tankstelle noch mit dem nötigsten und beginnen mit der Auffahrt zum Pfitscherjoch. Auf 1600 Hm am Stück
gehen wir auf Asphalt, Schotter mit gelegentlichen Schiebepassagen das erste Mal an unsere Grenzen. Wenn wir den ersten
Wegweiser nach Venedig passieren, werden wir angespornt unser Bestes zu geben.
Auf dem Weg nach Venedig
Nach einigen kurzen Schiebepassagen, zwischendurch kann immer wieder gefahren werden, und den letzen, steilen Höhenmetern auf
Schotter erreichen wir das Pfitscher Joch. Von hier hat man einen herrlichen Blick u.a. auf die Zillertal Alpen und die
Pfunderer Berge, welche wir morgen überqueren werden. Zunächst fahren wir jedoch auf einer genialen Schotterabfahrt ins
Pfitschertal hinab.
Im Pfitschertal
Wenn die Wettersituation paßt und wir am nächsten Tag das Pfunderer Joch bezwingen können, die Wahrscheinlichkeit ist
Anfang August recht hoch, nehmen wir unsere Hotelzimmer in Beschlag. Hier können wir uns, in derRuhe der Bergwelt, für den
nächsten anstrengenden Tag (unsere Königsetappe) erholen. Wenn die Überquerung des Pfunderer Joches auf Grund von
Restschneefeldern oder schlechtem Wetter nicht möglich ist, fahren wir alternativ nach Brixen wie bei meiner Tour
2006. Hier ist das Höhenprofil der Alternative zu
sehen.
Kaltenbach - Pfitscherjoch - Eisacktal - Vahrner See (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 3 - Königsetappe: Pfitschertal - Pfunderer Joch - Pustertal - Rodeneck - Lüsen: 60 km, 2387 Hm
Der dritte Tag beginnt zunächst mit leichtem Einfahren, tendenziell bergab, nach Fussendrass. Hier beginnt dann der Aufstieg
auf das Dach unserer Tour. Auf 1200 Hm am Stück müssen wir alles geben um, je nach konditionellen Möglichkeiten, fast
komplett fahrend, den Übergang über den Alpenhauptkamm zu bezwingen. Der Lohn ist eine atemberaubende Sicht in die Dolomiten
und einer der besten Downhills in den Alpen.
Abfahrt vom Pfunderer Joch
Nach furioser Abfahrt bis hinunter ins Pustertal, bei Vintl, queren wir die Rienz und fahren am Fluß entlang zu einem
Asphaltanstieg, der es in sich hat. Am Parkplatz Zumis folgt heute der zweite spektakuläre Downhill, diesmal auf
Asphalt (bis die Bremsen glühen) nach Lüsen. Die Erholung im Hotel haben wir uns heute redlich verdient.
Pfitschertal - Lüsen (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 4: Lüsen - St.Magdalena - Broglessattel - St.Ulrich: 36,3 km, 2028 Hm
Am vierten Tag haben wir kaum Möglichkeiten zu gemütlichen einrollen, denn es geht auf der Straße zum Passo Rodella gleich
heftig zur Sache. Wir haben die Möglichkeit uns im Lasankenbach abzukühlen wenn auch noch Hitze dazukommen sollte. Ansonsten
erreichen wir die Straße welche vom Würzjoch vorbei am Peitlerkofel und der Afferer Geißlergruppe ins Vilnösstal führt.
Peitlerkofel
Nach kurzer Fahrt wechseln wir auf die Schotterpiste nach St. Magdalena, am Fuße der Geissler Gruppe. Nachdem wir von dem
katzenkopfgroßen Belag der Piste ordentlich durchgeschüttelt worden sind, gehen uns die Augen über, wenn wir dieses Panorama
sehen.
Abfahrt nach St. Magdalena vor der Geissler Gruppe (sieht so aus wie unser Höhenprofil)
Wir fahren direkt in dieses Panorama hinein und diskutieren die Eindrücke beim Mittagessen in St. Magdalena. Nachdem wir uns
ausgiebig gestärkt haben wartet das nächste Highlight des Tages. Die Auffahrt auf steilsten Pisten und einer 300 Hm langen
Schiebepassage, die Geissler Gruppe ist fast zum Greifen nah, zur Broglesalm. Wir genießen das sagenhafte Panorama der
Dolomiten und bereiten uns auf die Abfahrt nach St. Ulrich vor.
Abfahrt nach St. Ulrich
Die Abfahrt zu unserem heutigen Etappenort ist eine weitere Herausforderung, sollte aber bis auf ein, zwei kurze und
unübersichtliche Wurzeltrails für jeden von uns fahrbar sein. Wir erreichen unser Hotel und sind von den Eindrücken des
Tages überwältigt.
Lüsen - St.Magdalena - Broglessattel - St. Ulrich (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 5:St. Ulrich - Seiseralm - Moena - Lago Paneveggio: 55,4 km, 2244 Hm
Auch heute haben wir kaum Möglichkeiten uns einzurollen, da es gleich wieder bergauf geht. Die Auffahrt auf die Seiseralm
ist sehr mühsam, wird aber noch getoppt vom "Blutweg" hinauf aufs Mahlknechtjoch.
Mahlknechtjoch
Die Traumabfahrt das Durontal hinunter ins Fassatal entschädigt uns für die Mühen. Nach kurzem Transfer erreichen wir Moena
(lat. Mauer) wo wir uns vor dem knackigen Aufstieg zum Passo Lusia noch einmal stärken. Diese Stärkung wird auch notwendig
sein, denn jetzt warten einige steilste Rampen auf die Teilnehmer. Auf der Paßhöhe angekommen hat man einen ersten Blick
auf die Felsformation "Pale san Martino", dem Highlight des morgigen Tages. Ein Refugio lädt zur kurzen Rast ein, bis die
Gruppe komplett auf der Paßhöhe angekommen ist. Dann beginnt die Abfahrt zum Lago Paneveggio. Sie ist weitgehend
unspektakulär auf Schotter bis zum Albergo zu fahren.
Lüsen - St.Magdalena - Broglessattel - St. Ulrich (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 6:Paneveggio - Val Venegia - Lago Calaita - Passo Brocon: 55,5 km, 1826 Hm
Die Landschaftseindrücke der letzten Tage lassen sich bei der Passage des Val Venegia noch toppen, welches wir nach kurzem
Transfer auf einer Straße erreichen. Auf der Piste aus weißem Dolomitgestein erreichen wir, komplett fahrend, die Baita
Sengantini.
Fahrt durchs Val Venegia
Nach einer kurzen Pause und dem hier obligatorischen Fotostop bereiten wir uns auf die Abfahrt ins Cismontal nach San Martino
di Castrozza vor. Die Eindrücke bei dieser Abfahrt, erst auf Piste zum Passo Rolle dann auf Asphalt, zeigen uns anschaulich
die gewaltigen Dimensionen dieser Dolomitenlandschaft. Von San Martino fahren wir auf Pisten und Singletrails dem Lago
Calaita entgegen, dem Startpunkt des letzten Downhill dieses Tages ins Vanoi-Tal.
Lago Calaita
Wir radeln über die Vanoi Brücke und nehmen den vorletzen Anstieg der gesamten Tour, 800 Hm am Stück zum Passo Brocon, in
Angriff. Auf einer wenig befahrenen Straße geht es, in gleichmäßiger und moderater Steigung, zum Hotel Passo Brocon, unserer
letzten Station vor dem Monte Grappa.
Lago Paneveggio - Passo Brocon (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Tag 7: Passo Brocon - Monte Grappa: 90 km, 1751 Hm
Nach dem Frühstück machen wir uns auf die endlose Abfahrt hinab ins Cismontal. Durch die Gardaseemanie der Transalper werden
solche Militärpisten buchstäblich links liegengelassen. Deswegen können wir die Einsamkeit der Bergwelt richtig genießen.
Der Weg ins Cismontal
Es geht auf Schotter, durch Wald, vorbei an schwindelerregenden Schluchten. Wir erreichen eine erste Ansammlung von Häusern
und wechseln auf Asphalt. Auf Nebenstraßen geht es immer weiter hinab ins Tal. In Fonzaso, am Fuße des Monte Grappa, versorgen
wir uns ein letztes mal mit Lebensmitteln, denn jetzt beginnt die Auffahrt zu unserem Ziel. In dem touristischen
Niemandsland, ich hatte 2006 jedenfalls den Eindruck, gibt es keine Möglichkeiten z.b. die Flaschen nachzufüllen.
Etwas Wehmut schwingt mit, wenn wir diese letzte Bastion unserer Tour nehmen. Aber die positive Stimmung, es gemeinsam
geschafft zu haben, überlagert die Gedanken daran daß es jetzt vorbei sein soll.
Auf dem Monte Grappa
Im ersten Weltkrieg stellte der Monte Grappa die letzte Bastion der Italiener vor der venetischen Ebene dar. Diese Bastion
gewinnend, hätten die Österreicher kaum noch von ihrer Einnahme abgehalten werden können. Entsprechend erbittert wurde hier
gekämpft. Einige Festungsanlagen sind erhalten und es ist ein Soldatenfriedhof errichtet worden, erstaunlicherweise auch
für die gefallenen k.u.k Soldaten.
Wir verweilen hier kurz, wenn schönes Wetter ist können wir von hier oben bis nach Venedig schauen, und lassen uns die 1500 Hm
auf 20 km nach Bassano hinunterrollen.
Bassano del Grappa, was verbirgt sich hinter diesem Tor
Wir fahren zu unserem Hotel, machen uns frisch und feiern die Ankunft nach dieser grandiosen Tour in der Altstadt bis tief
in die Nacht hinein.
Passo Brocon - Monte Grappa (Zum Vergroessern auf Bild klicken)
Rückreise:
Nach einer geruhsamen Nacht werden die Räder wieder verstaut und nach einer kleinen Sightseeing - Tour und einem Mittagessen
(nicht im Reisepreis enthalten) reisen wir wieder nach Gelnhausen zurück.
Leistungen:
1. Transport von Mitfahrer, 50l Reisetasche, Rucksack und Mountainbike von Gelnhausen nach Schliersee und von Bassano del
Grappa nach Gelnhausen.
2. Begleitservice d.h. Transport der 50l Reisetasche zu den jeweiligen Etappenzielen (Möglichkeit des Mitfahrens im Bus bei
Problemen), Ersatzbike.
3. 7 Übernachtungen mit Frühstück im Doppelzimmer in familliär geführten 3 Sterne Hotels
4. Tourführung
5. Reiseleitung
Preise:
800,- € (bei individueller Anreise Schliersee am Samstag Mittag: 650,- €, Rückreise von Bassano del Grappa muß selbst
organisiert werden.)
Einzelzimmerzuschlag: 140.- €
Termine: 2008
11.07.-18.07.09
Anmeldung:
Bitte die folgenden Anmeldedaten ausfüllen und absenden, der Platz ist reserviert. Ich werde die Reisebestätigung per eMail
und den Reisevertrag und die Reiseunterlagen per Post zusenden. Ausfüllen und Unterschrieben an mich postalisch oder per
Fax zurück. Nach der erfolgten Anzahlung ist der Platz gebucht.
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